Jahresrückblick 2020: Das Superheldin-Jahr

von Anne Niesen | Dez. 31, 2020 | Leben und Eigensinn | 15 Kommentare

Wow, was für ein Jahr. So viel Schmerzen und Leid und doch fühle ich mich jetzt, zum Ende dieses Jahres stärker und ausgeglichener denn je. So stark, wie noch selten zuvor.

Ich fühle: In diesem Jahr bin ich wirklich zur SEHHELDIN gereift. Ach, was: Dieses Jahr war ich Super-Sehheldin. 💪🏻

Mein Jahrwort für 2020: Mein Jahrwort in Rückschau ist Wachstum oder WACHSTUM in sehr großen Buchstaben.

Mein Zitat der Wahl: Eines Nachts, als selbst die Höchstdosis Morphium mir nicht in den Schlaf hilft, nehme ich mir bewusst vor, mich von dem bekannten und bewegenden Zitat des Psychonanalytikers Viktor. E. Frankl leiten zu lassen:

Wir haben die Wahl. Immer.


Kommst du mit auf eine Reise durch mein Jahr 2020?


(Dank an Judith Peters von Sympatexter für diesen Jahresrückblick-Impuls und die energievolle und inspierende Begleitung für diesen #jahresrückblog.)

Mit meinem Jahresrückblick nehme ich gleichzeitig an Anna Koschinskis Blogparade teil: Warum ich eine Superheld*in bin.

1. Ein Unglück kommt selten allein

Eine Bekannte sagte irgendwann im August, dass irgend etwas wohl will, dass ich mehr im Inneren bin als im Außen. Ob das so ist? Ich weiß es nicht. Ganz sicher weiß ich: In diesem Jahr habe ich mehr Zeit auf meinem Sofa und im Bett verbracht als jemals zuvor. Mehr Schmerzmittel eingenommen als in all den Jahren vorher und mehr Physiotherapeuten und Ärzte gesehen als in Jahrzehnten zusammen gerechnet.

Mitte Januar: Miniskusschaden

Das hieß konkret: 2 Wochen kaum eine Bewegung und 6 Wochen langsames Humpeln auf Krücken. Es hieß auch: Abhängigkeit üben. Hilflosigkeit üben. Um-Hilfe-Bitten-üben. Alleine-zu-Hause-sein-üben. Praktische Lösungen bedenken, wie es stattdessen gehen kann. (Immerhin bin ich seitdem glückliche Besitzerin einer sehr guten verschliessbaren Thermostasse, weil dies die einzige Möglichkeit war, um meinen Kaffee von der Küche zum Sofa zu bekommen 🙂

Manchmal ist was Kleines die Lösung: Meine neue Thermostasse (keine Reklame!)

Tschüss Rom

Lange hatten wir uns darauf gefreut. Rom im Februar. Meine Mutter hatte meine Schwester und mich zu ihrem 80. Geburtstag in ihre Lieblingsstadt eingeladen. Und ich? Genau, du ahnst es schon. Ich saß auf dem Sofa hier in Nimwegen.
Welch eine Enttäuschung. Damals dachte ich ja noch, wir können das schön nachholen und habe mich schnell in mein Schicksal gefügt. "Dann holen wir das im September nach", schrieb meine Mutter. Rom im September, klingt nicht schlecht oder? (Wo ich im September war? Genau.)

30. Mai 2020: Abendspaziergang mit lebenslangen Folgen

30. Mai. Die Sonne scheint. Ich kann seit sehr Kurzem wieder gut laufen und Fahrradfahren. C. lässt kleine Freiheiten zu. Ich überrede meinen Freund zu einem Abendspaziergang am Kanal. Welch wunderschönes Licht! Und plötzlich liege ich am Boden. Auch heute weiß ich nicht, warum. Ungebremst gefallen.

Das Ergebnis: Vorderzahn abgebrochen und mein Ellbogen ist so zertrümmert, dass drei Operationen nötig sind, um ihn einigermaßen wieder "zusammenzubasteln" (so mein Chirurg). Die Schmerzen sind heftig, wirklich heftig. Die schönen Sommermonate, in denen C. auch noch etwas Freiheit lässt, sitze ich - ihr ahnt es - hauptsächlich zu Hause. Was jetzt schon klar ist: Mein Arm wird nie mehr derselbe. Was er im nächsten Jahr noch werden kann, das werde ich dann sehen.

(Und weil einigen Freunden schlecht wurde auch bei aus meiner Sicht harmlosen Bildern poste ich hier kein drastisches Bild .😉 Dafür aber die Blumen von meiner Krankenversicherung. Als ich dort anrief, um mich zu bedanken, sagte die nette Dame: "Wir haben ein Budget und machen das bei besonders schweren Fällen, die etwas Aufmunterung gebrauchen können".)

Blumen von der Versicherung! - "Heavy Metal" - Physio forever

Ich lerne

  • dass es wirklich stimmt: In uns sitzen Kräfte, die wir nicht für möglich halten. Die wir abrufen können, wenn es nötig ist. Das gibt mir große Hoffnung und Zuversicht.
  • Ich halte durch, wenn ich ein Ziel habe. Ich, die noch nie regelmäßig Sport gemacht habe, mache täglich meine physiotherapeutischen Übungen. Trotz großer Schmerzen. Weil ich weiß, was ich will: Einen Arm, der so gut wie möglich wieder seine Dienste tun kann. Dafür kämpfe ich. Ich möchte mir sagen können: Alles, was ich tun kann, habe ich dazu beigetragen.
  • Ich wollte so schnell wie möglich von Morphinen weg. Meine Lösung: Viele Wochen lang habe ich halbe Nächte durch gemeditiert. Ich benutze seit Jahren die App Insight Timer. Ich habe dort einfach nach pain relief gegoogelt. Nicht immer konnte ich als nicht-visueller Mensch den angebotenen inneren Bildern folgen, aber sie haben meinen Fokus vom Schmerz weggenommen. Natürlich ist er nicht verschwunden, aber meine Aufmerksamkeit lag woanders. Eine wichtige Lebenslektion, finde ich: Auch mal den Fokus wegnehmen, von dem, was schmerzt.
  • In den Niederlanden liegt man bunt gemischt auf Station im Krankenhaus. In meinem 4-Bett-Zimmer war ich jeweils die einzige Frau. Wenn du mir vor dieser Erfahrung gesagt hättest: Du wirst es in einem 4-Bett-Zimmer besser finden als in einem Einzelzimmer. Du wirst es zusammen mit 3 Männern im Zimmer prima finden - ich hätte dich ausgelacht. Und doch war es so. Nach dem ersten Kulturschock habe ich mir gesagt: "Schau einfach mal, wie es wird."
    Es war gut! Gut, mit diesen Schmerzen nicht alleine zu sein. Wie egal war es, dass es Männer waren. Wir waren irgendwie vereint dort auf der Unfallchirurgie. Gerade, weil wir alle schwach waren und Schmerzen hatten.
  • Mitgefühl mit mir selbst. Nett sein zu mir. Nicht zu viel von mir zu erwarten. Auch mal mit 80% zufrieden zu sein. Mir auf die Schulter klopfen. (Gelingt nicht immer, aber immer besser :))

2. Entspannt bloggen - das Jahresprogramm

Anna Koschinski lerne ich über Lisa von Lizzis Welt kennen. Ich steige in die letzten Tage von Annas Facebook Schreib- Challenge im Februar ein - und melde mich spontan für ihr Jahresprogramm an: Entspannt bloggen 2020. Das Ziel: Gemeinsam dranbleiben, besser bloggen lernen.

Wir starten im März, Corona ist noch nicht wirklich "da". Ich weiß: Ich will, dass die Sehheldin wächst. Ich will "dranbleiben", ich will noch besser bloggen lernen. Ich habe kein wirkliches Einkommen zu der Zeit. Mein Bauchgefühl sagt: "Mach das. Trotzdem. Weil du es dir wert bist. Weil die Sehheldin es wert ist." Und wie Recht hatte mein Bauchgefühl mal wieder. Als ob es geahnt hätte, was alles noch kommt.

Durch die Sehheldin habe ich gemerkt, wie sehr es mich erfüllt, zu schreiben. Wie sehr ich Menschen berühren kann mit meinen Worten. Aber Bloggen ist auch harte Arbeit. Gerade am Anfang kommt nur wenig zurück. Durchhalten, immer weitermachen ist alleine nicht einfach. Viele geben nach der ersten Begeisterung auf. Ich bin stolz auf mich. Die Sehheldin geht ins 3. Jahr. Ich habe sehr viel dazugelernt: Über Schreiben, über Bloggen, über Social Media, über WordPress.

Was für mich fast noch wichtiger war: Ohne unsere kleine, feine Gruppe, ohne regelmäßige Zoom Lern- und Kaffeetreffen wäre ich durch diese Monate so viel weniger gut durchgekommen. Das ist mir erst jetzt so richtig klar geworden. Einhändig habe ich geschrieben, vollgepumpt mit Morphium, weil ich Lust drauf hatte. Weil ich wusste: Da sind Menschen, die geben mir Rückmeldung, die interessiert, was ich tue. Und natürlich auch, weil ich will, dass die SEHHELDIN immer größer wird und immer mehr Menschen erreicht und berührt. Danke, ihr Lieben von der Bloggruppe!

3. Und die Augen? Meine hochgradige Kurzsichtigkeit in 2020

Drei Mal war ich in der Augenklinik in 2020. Weil ich deutlich anders sehe: Neulich war mein großer Monitor noch genau richtig, nun sehe ich plötzlich wieder anders auf dem rechten Auge. Lesen kostet mehr Kraft, ich muss in merkwürdigen Winkeln schauen und habe das Gefühl, am Rand immer weniger zu sehen. Außerdem schein plötzlich die Beleuchtung viel dunkler.

Hier in den Niederlanden ruft man dann im Krankenhaus an und sie besprechen, ob sie einen kurzfristig sehen wollen. Wollten sie. Bei - 23 Dioptrie-Augen ist die Netzhaut so anfällig und dünn, da möchten sie nichts riskieren.

Menschenleere Wartezone in der Augenklinik
Menschenleere Wartezone in der Radboudklinik Augenheilkunde durch Corona.

Dank C. gibt es kaum Wartezeiten und meine tolle Augenärztin, Prof. Dr. C. Klaver, nimmt sich fast eine Stunde Zeit für mich, um alles im Detail auszulegen. OCT und Perimetertest lassen keine Veränderungen sehen.

Was bin ich froh, dass Prof. Dr. Klaver als Expertin für hochgradige Kurzsichtigkeit zu mir sagt: "Wir können es nicht messen, aber ich glaube ihnen sofort, dass Sie schlechter sehen. Sehr oft wissen Sie das vor den Messgeräten." Danke fürs Ernstnehmen! Außerdem habe ich einen wohl enorm großen Teppich an neuen Floaters (Mouche Volantes), der sich manchmal überraschend direkt vor die Linse schiebt und erahnen lässt, wie es ist, auf beiden Augen in der Mitte nichts mehr zu sehen.

Meine Sicht wird schlechter. Arbeiten wird anstrengender. Mittlerweile lese ich meist Weiß auf Schwarz und mit merkwürdig schiefgelegtem Kopf. Langsam, schleichend, nach außen hin völlig undramatisch werden meine Augen schlechter. Hier bekomme ich keine Blumen geschickt von der Versicherung.

Plötzlich blind, das ist eine Geschichte wert. Langsam immer schlechter sehen geschieht meist im Verborgenen. Keine Versicherung schickt Blumensträuße. Manchmal erinnere ich mich selbst daran, dass dieser schleichende Verlust meiner Sicht durchaus eine Anmerkung wert ist und schicke dann eine Portion Liebe und Zuneigung Richtung meiner Augen.

Wenn ich daran denke, die SEHHELDIN groß zu machen, beschleicht mich regelmäßig die Angst: Kann ich das schaffen? Dann erinnere ich mich immer wieder an einen meiner wichtigsten Leitsätze:

Drückt mir die Daumen, dass mir meine Sicht noch eine ganze Weile erhalten bleibt.

3. Und dann noch: Eine Trennung

Ich bin Ende 2016 in die Niederlande zu meinem Freund gezogen. No risk, no fun, denn: Irgendwann 2020 war klar: Wir sind uns sehr zugetan, aber zusammen sind wir keine gute Idee. Also eine Trennung. Tja, und da stand ich nun - denn damit hing mein gesamtes Leben zusammen. Ich will nicht zu privat werden: Aber mein Leben war wirklich ein einziges Fragezeichen. Und traurig war ich natürlich auch.

Ein Grund für die Trennung war: Er konnte nicht gut umgehen mit meiner fortschreitenden Augenerkrankung und den massiven Einfluss auch auf sein Leben.

Natürlich war ich erst geschockt und traurig. Aber keine Sekunde habe ich ihm einen Vorwurf gemacht: Es ist ehrlich. Es hat ihn viel Mut gekostet und er hat es sich nicht leicht gemacht mit seiner Entscheidung. Davor habe ich Respekt. Ich verstehe seine Entscheidung. Auch für mich passt es so - aus ganz verschiedenen Gründen.

Und doch: Leicht war es nicht. Ist es nicht. So gar nicht. Denn damit war auch weg: Finanzielle Absicherung jetzt, wo ich nicht mehr wie früher arbeiten konnte, ein Zuhause, nicht alleine sein, Ideen für meine Zukunft.

So verrückt es klingen mag: Wir wohnen zur Zeit noch zusammen. Würdest du uns besuchen, würdest du keine wesentliche Veränderung bemerken. Es ist kein fake. Er unterstützt mich. Er wird mich nie einfach im Stich lassen. Denn eine Trennung bedeutet nicht automatisch die Abwesenheit von Liebe.

Es ist gut so. Nicht ideal, Nicht die Erfüllung eines Hollywoodideals Happy Forever After. Traurig auch, natürlich. Aber ich bin damit im Frieden.

Je schwerer das Jahr wird, je mehr merke ich: Meine Idee für die SEHHELDIN trägt. Meine Leitwerte tragen. Ich bin eine Superheldin 💕💪🏻

4. So hat Covid 19 mein Leben beeinflusst

Jetzt ist Dezember. Dunkel erinnere ich mich an meinen Schockzustand Anfang März in der ersten Coronawelle. Diese Mischung aus ständiger innerer Aufgeregtheit und auch wie gelähmt-sein. Mein Kopf versuchte mir weiszumachen, dass es für mich doch nicht so schlimm sei. Dass es anderen viel schlimmer ergeht. Klar, das stimmt. Und gleichzeitig: Wie nötig hatte meine Seele die geplante Reise zu meinen Freunden in England nach dem Miniskusschaden, der Absage der Romreise und einem erstem Beziehungsaus.

Das Zuhause Sitzen, der Wegbruch wichtiger sozialen Netzwerke gerade jetzt, die emotional schwierigen sozialen Situationen.

C. war nicht mein Hauptdrama das Jahres 2020, aber ganz sicher der Verstärker.

Corona lässt mich fühlen, dass ich im Ausland lebe

Ich lebe im Ausland, in den Niederlanden. Niemand aus Deutschland kann mich besuchen als es mir so gut getan hätte mit meinem kaputten Arm. Ich kann niemanden besuchen. Das ist nicht einfach und manchmal ganz schön einsam.

Zwei kleine regelgerechte "Ausbrüche" gibt es: Einen Besuch einer Freundin, die in ihrem Wohnwagen übernachten kann und ein Treffen mit meiner Mutter im "Zwischenort" Köln als Reisen im Sommer unter Einschränkungen mögliche ist. Wie unendlich wertvoll in dieser Zeit.

Gemeinsam Kraniche falten im Garten. 🙂

"Nichts mehr aufschieben" - Pustekuchen

Meine Augenzukunft ist völlig ungewiss. Ich habe mir vorgenommen, nichts mehr aufzuschieben. Und eine kleine Bucketlist gemacht. Ganz oben stand: Alte Freunde besuchen, national und international.

Ich sah mich bereits in Israel, Canada, Dänemark, England. Auf workation irgendwo an einem guten Ort. Ironie des Schicksals, oder? Jetzt sitze ich hier seit einem Jahr fest am Rande von Nijmegen. Meine Physiotherapiesitzungen werden zu Highlights der Woche - nicht zuletzt durch meine wirklich tollen und sympathischen Physiotherapeuten Fatos und Rick. Manchmal, in dunklen Momenten, stelle ich mir kurz vor, dass Vorstadtstraßen das letzte ist, was ich noch sehe. Aber ich weiß natürlich, das dies Worst Case ist und hoffentlich nicht realistisch.

Was ich auch merke: Ich kann gut umgehen damit. Ich finde es wirklich sehr schade, aber ich finde mich schnell damit ab. Es ist eben so gerade.

Und doch: Verbunden im Abstand

Jahrelang habe ich international gearbeitet über Skype, Zoom und virtuelle Plattformen. Die meisten meiner Coachees saßen irgendwo im Ausland. Ich habe gelernt, dass es absolut möglich ist, Nähe auch virtuell herzustellen. Schnell habe ich mir kollegiale Co-Workings per Zoom gesucht. Online-Workshops besucht. Online gesungen. Online gelernt.

Natürlich ist es anders. Natürlich vermisse ich echte Umarmungen. Und doch liebe ich diese virtuelle Welt, die so viel möglich macht. Auch Nähe. Auch Verbundenheit. Ich sehe große Chancen für die SEHHELDIN, denn so viel mehr Menschen haben die Scheu vor Zoom und Online verloren und stehen Onlineangeboten nun offen gegenüber.

5. Die Sehheldin goes Business

Irgendwann im ersten Quartal kam die Entscheidung: Die SEHHELDIN soll so viel mehr als ein privater Blog werden. Aus 100 Gründen und vor Allem aus diesen:

  1. Ich kann es: Seit 2000 begleite ich Menschen zu ihren Träumen, zu einem erfüllten Arbeitsleben, zu besserer Zusammenarbeit. In jeden meiner Blogartikel fließt Wissen zu den unterschiedlichsten Persönlichkeitentwicklungsthemen ein.
    Irgendwann denke ich: Privat reicht mir nicht mehr. Ich will mehr!
  2. Einkommen: Durch die Trennung scheint es doch eine gute Idee, um wieder Einkommen zu generieren. Ich erhalte eine kleine Berufsunfähigkeitsrente, weil ich große Workshops so nicht mehr leisten kann. Diese Rente ist aber maximal ein Zubrot. Leben kann ich davon nicht.
  3. Ich will es (wieder): Im November 2016 bin ich in die Niederlande gezogen. Alles war neu. Gleichzeitig wurde meine Sicht plötzlich drastisch schlechter. Meine Seele und mein Körper riefen nach Pause. Für die SEHHELDIN hatte ich eine Vision: Online stellen, was ich gesucht und nicht gefunden habe - und gleichzeitig für mich etwas, was mich mit Freude erfüllt und Sinn stiftet.
    Anfang 2020 merke ich: Ich will wieder professionell tätig sein. Ich will wieder mit Menschen arbeiten. Und natürlich auch: Ich will eigenes Einkommen.

2020: Wachstum oder die Richtung stimmt

Tja, und dann hat mich das Leben etwas ausgebremst. ;D.

Heute denke ich: Es passt, dass ich in 2020 immer mehr von "privatem Blog" zu "Onlinebusiness gewachsen bin, aber noch kein Produkt online stehen habe.

Ich hatte die Zeit nötig, um innerlich zu der SEHHELDIN zu wachsen, die bereit ist für den großen Sprung.

  • Mir war nicht klar, wie viel ich als Online-Unternehmerin neu lernen muss und darf. Nach 17 Jahren Trainerin und Organisationsentwicklerin in der Offline-Welt musste ich lernen: Onlinebusiness folgt völlig anderen Gesetzmäßigkeiten. Ich lerne alles neu: WordPress, Bloggen, Social Media, Newsletter. Technisches Knowhow, Vernetzung, Marketing-Wissen. Keine Ahnung hatte ich davon, wie viel Wissen nötig ist für das, was an der Oberfläche so leicht daherkommt.
  • Unterschätzt habe ich auch die Wege, die ich innerlich gehen musste in Richtung MUT. Um zu sagen: Es ist vielleicht verrückt es trotzdem zu wagen: Mit meiner schlechten Sicht, mit den wenigen Stunden, die ich effektiv arbeiten kann, mit den Fragezeichen für die Zukunft. Jetzt bin ich "da": Ich will es wagen!
  • Zurück in die Zukunft?: Mit Mühen hatte ich mich von meinem alten professionellen Ich verabschiedet. Dieser Abschied bleibt, aber all mein Wissen, all meine Erfahrung und auch all meine Liebe dafür mit Menschen gemeinsam etwas entstehen zu lassen, die bleiben. Also: In die Zukunft! Nur nach vorne. Anders. Andere Kunden, andere Formen. Hallo neues professionelles Ich.

"Dank" an meine SEHHELDIN-Leitwerte!

Ihr wart mir Vision, Fixstern, Ansporn, Messlatte. Ohne euch wäre ich nicht hier. Wie schön, dass ich euch gleich zu Anfang unseres Jahresprogrammes erarbeitet habe.

Eine Runde Schulterklopfen: Ich feiere mich!

Danke an diesen Jahresrückblick, der mir hilft, auch zu sehen, wie unendlich viel ich doch und trotzdem und sowieso geschafft habe.

  1. tartschuß für meinen Sehheldinnewsletter für meine VIPs. Hier gehts zur ersten Ausgabe.
    VIPs? Ja, genau. Ihr erfahrt Dinge früher als andere. Ihr bekommt extra Tipps und Informationen. Ihr seid mir ganz besonders wichtig.

    Du bist noch kein VIP? Das kannst du ganz schnell ändern ;): Hier gehts zur Anmeldung.
  2. 10 plus 3 neue Blogartikel sind online: Einige Blogartikel habe ich vollständig umformuliert, einige wieder offline genommen. So viele berührende Reaktionen habe ich erhalten, die sagen: Weiter so. (Es gibt eine sichtbare "Arm-kaputt-Lücke" 😎, wer weiß, vielleicht wären unter Morphiumeinfluss tolle Sachen entstanden..)

    Gerade habe ich einen Blogpost vom 11. Juni 2019 vollständig neu überarbeitet, weil ich ihm mit neuem Bloggerinwissen einer kritischen Lupe unterworfen habe und auch, weil sich meine Meinung zum Thema "Akzeptanz" verändert hat. Lies und kommentiere: "Was bedeutet "akzeptieren" bei Sehverlust und chronischen Krankheiten?"
  3. Meine neue Über mich-Seite steht endlich.
  4. Meiner Facebookseite SEHHELDIN folgen jetzt 187 Menschen. Weil sie wertvoll finden, was ich tue. Ich freue mich.

    Am 28. August schrieb ich einen meiner erfolgreichsten Posts, den ich unbedingt noch zu einem Blogartikel verarbeiten will. Lies ihn doch mal (und am besten dann gleich "folgen" 😉)
  5. Meine Facebookgruppe für hochgradig Kurzsichtige hat nun 123 Mitglieder. Einfach so, ganz ohne Werbung. Weil ich online den einzigen Ort bisher geschaffen habe für Austausch, Erfahrungsberichte, Ängste und Fragen. Mitglieder sind Eltern von Kindern, Menschen mit hoher Myopie und Menschen wie ich mit pathologischer Myopie. 3 Fachmenschen (Optiker, Hohe Myopiemanagement bei Kindern), die ihre Zeit und Expertise einbringen. Die Moderation dieser Gruppe kostet Zeit, natürlich, viel Zeit. Mein Herzensprojekt.
  6. Ich bin drangeblieben. Trotz allem oder gerade deswegen.

Danke! - gemeinsam sind wir stark (Verbindung)

Ein ganz großes Dank an Anette von Rollenspagat, an meine tolle Entspannt bloggen-Gruppe, an Henning Nowak - ohne euch hätte ich es nicht so gut geschafft. Danke an alle inspirierten Podcaster, Mit-Bloggerinnen und alle Menschen, die mir begegnet sind und mich berührt haben. Alexandra Cordes-Guth ist eine davon. An Menschen, die im Privaten bleiben möchten und mich unermüdlich ermutigt haben, mit meinen Ideen "die Welt zu bereichern". Danke, Jennifer Sonntag für deine wertschätzenden Emails und Ideen. Danke, Dörte Maak, für deinen Humor und deine Ernsthaftigkeit. Und Dank an alle, die ich gerade vergessen habe. Ihr seid auch gemeint. Ein großes Dank auch an Ivan Beemster, der mir "einfach so" immer wieder geholfen hat mit technischen Problemen.

6. Zeeland: Mehr als ein Ausflug

Seit 4 Jahren jammere ich herum. Dass ich an die See will und das nicht im Sommer. Spazierengehen dick eingemummelt. Den Wellen lauschen. Horizont. Weite. Aber da war ich die einzige. Niemand wollte mit und ich wollte nicht alleine fahren. Und blieb im Jammern hängen. Alle Abers dieser Welt blockierten mich.

Eines Tages dachte ich: Schluss, damit! Ich will dieses Jahr noch an die See. Trotzdem. Mit dem bestmöglichen Kompromiss.

Also war ich Anfang Oktober in Vlissingen (Zeeland). Weil in der Nähe eine nette Bekannte wohnt. Weil ich dort einfach mit dem Zug hinkomme. Weil ich dort auch ohne Fahrrad zurechtkomme (ich habe ja Arm). Weil es dort nette Cafes gibt. Weil ich dort ein wunderbares Bed and Breakfast gefunden habe.

Ist Vlissingen mein Traumziel? Nein, sicher nicht. Viel zu wenig Weite und Natur in Laufabstand. Aber wie froh war ich nach diesem Wochenende! Weil ich nochmal weg war. Weil es wunderbar stürmisch war und die Wellen grandios. Weil ich schöne Gespräche führte mit Miranda. Weil es in meinem Bed and Breakfast so heimelig war, dass ich mich sofort wohl und zuhause fühlte.

Und vor Allem: Weil ich gehandelt habe. Weil ich nicht auf das Perfekte gewartet habe. Weil ich mich von meinem Selbstmitleid verabschiedet habe. Weil ich realistisch eingeschätzt habe, dass ich nicht 3 Tage lang nur super happy bin und dass dies dann eben das wahre Leben ist. Weil ich trotzdem oder gerade deswegen am Meer war. Ach Quatsch, weil ich überhaupt am Meer war. :D.

7. 2021: Here I come!

Ich bin bereit zu SPRINGEN. Ich will MEHR. Und auch MEER. Wer passt da besser als Maria Bonhilla mit ihrem wunderbaren Slogan "Ich will MEER vom Leben"? Nach einem Facebook Live und einem Telefonat habe ich mich für ihre 6-monatige Mastermind-Gruppe mit dem Bonus Leuchtfeuer-Akademie angemeldet. (Zugegeben: Ein bisschen geholfen, mich zu entscheiden hat auch die Aussicht auf ein gemeinsames Workshopwochenende auf Rügen im September. 😉😎)

Ein großer Schritt für mich. Eine Investition in mich und meine Zukunft. Weil ich es mir wert bin. Weil ich in 2020 gelernt habe: Alleine geht es nicht.

Weil ich mutig, zuversichtlich und gemeinsam mein 2021 leben will. Immer getreu meiner Leitwerte. (Auch möglich, dank...s. Nr. 3 )

Trotzdem und gerade deswegen, oder?

Mein Jahresmotto für 2021?: Noch in Rohversion: Springen! Und Fliegen. Think big, oder?

Danke, dass du mit mir gereist bist durch mein Jahr 2020!

Anne Niesen

Anne Niesen

Ich liebe meine Coachees und meinen Beruf. Seit 2000. Und das merkst du! Ich weiß, wovon ich rede. Du merkst schnell: Ich verstehe deine Situation. International. Krisenerprobt. Immer wieder neu ausgerichtet. Ich kann Business und sehe dich als gesamten Menschen. Pragmatisch, empathisch, ehrlich, systematisch.

(Mehr über mich)

15 Kommentare

  1. Hallo liebe Anne, echt interessant und berührend, dein Jahres-Rückblick! Ja, wir werden stärker und wachsen mit den Herausforderungen – das kann ich nur bestätigen.
    Alles Gute für dich und mach weiter so, mit deinen inspirierenden Beiträgen!
    Van harte lieve groetjes 💜 Dagmar

    Reply
    • Hallo liebe Dagmar, wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast für eine Rückmeldung. Ja, du gehörst auch zu denen, die immer weiter ihren eigenen (Seh-) Heldin-Weg suchen und finden. Bleib mutig, Anne

      Reply
  2. Danke für diesen Einblick, liebe Anne! Toll, dass dir das Meditieren für das Schmerzmanagement hilft!

    Reply
  3. Es ist spannend deinen Jahresrückblick zu lesen – es ist verdammt viel passiert in 2020.
    Danke, Anne, dass ich dich durch das Jahr begleiten durfte – mit den vielen Auf und Ab‘s. Ich wünsche uns beiden, dass wir uns auch in 2021 begleiten.

    Reply
    • Das machen wir, liebe Anette. Auf jeden Fall. Bis bald! Anne

      Reply
  4. Du Heldin! Wie schön, dass du diesen Text in die Welt gebracht hast und mit uns teilst – ich bin beeindruckt von deiner wirklich heldinnenhaften Courage und deiner Fähigkeit, aus jeder neuen Kurve und jeder Schwierigkeit ein Learning mitzunehmen.
    Auf ein strahlendes 2021 – ich freu mich auf unsere gemeinsame Zeit! 🌟
    Alles Liebe vom Meer!
    🌊

    Reply
    • Hallo liebe Maria, und das Tollste ist: Das habe ich gelernt, diesen Weg bin ich gegangen über die letzten Jahre. Ich weiß: Diese Fähigkeit ist lernbar, wenn wir die Wahl treffen, dass wir so LEBEN möchten. Auf ein strahlendes 2021! Springen und Fliegen steht an. Grüße ans Meer! Anne

      Reply
  5. Liebe Anne, dein Text hat mich gefesselt, nicht mehr losgelassen und im Herzen berührt. Eine authentische Mutmachgeschichte, in der du so offen über all die Herausforderungen deines Jahres schreibst. Dein Vertrauen in das Leben und in deinen Weg wird so spürbar und steckt an. Ich bin mir sicher, dass du nach all dem nicht immer einfachem Wachstum im letzten Jahr den Sprung in das neue Jahr mit viel Kraft machen wirst – und viel Gutes daraus erwächst. Liebe Grüße Alexandra

    Reply
    • Liebe Alexandra, wie schön, dass spürbar ist, was ich auch nach außen vermitteln will. Der SEHHELDIN-Weg ist für alle gehbar, die den Entschluss fassen, ihn zu gehen. Ich freue mich, wenn immer mehr SEHHELDIN-Community erwächst. Wenn immer mehr Menschen in Verbindung mit mir mutig und zuversichtlich ihre Zukunft gestalten, in der ihre schlechte Sicht, ihre Augen Teil sind. Integriert. Ganz liebe Grüße an dich, liebe Alexandra. Anne

      Reply
  6. Liebe Anne,

    ja, du bist die Super-Sehheldin – genau das habe auch ich wahrgenommen. So viele Steine für dich in diesem ohnehin so wuseligen, unübersichtlichen Jahr. Und dennoch bist du weitergegangen, hast an deinen Zielen gearbeitet, hast geschrieben, bist immer klarer und klarer geworden. Mit uns und auch mit anderen, aber vor allem mit dir. Ich finde das bewundernswert und mehr als tough.

    Zwei Dinge, die ich für mich mitnehme:

    1. In uns sitzen Kräfte, die wir nicht für möglich halten. Die wir abrufen können, wenn es nötig ist. Das gibt mir große Hoffnung und Zuversicht.

    2. Wir haben immer eine Wahl. Immer.

    Danke für deinen starken Text, liebe Anne. Und viel Erfolg auch weiterhin für dich und deine Sehheldin!

    Fühl dich gedrückt
    Anna

    Reply
    • Liebe Anna, ja, diese zwei Punkte tragen durchs Leben. Seit ich diesen Text geschrieben habe, weiß ich: In der SEHHELDIN sitzen jetzt schon so viele Ideen dafür, wie ich meine Lieblingskund*innen richtig viel an „Mehr“ bieten kann: SEHHELDIN werden und bleiben. Das passiert ja nicht einfach so, da steckt ganz viel Arbeit drin…(das weißt du natürlich). Bis auf bald und zurückgedrückt, Anne

      Reply
      • Liebe Anne, ich kann es kaum in Worte fassen, wie sehr mich dein Jahresrückblick beeindruckt und berührt. Du bist wirklich eine Heldin mit deinem Mut, deiner Kraft und vor allem der Fähigkeit, auch aus negativen Dingen immer noch das Beste zu machen! Möge deine innere Quelle, das Kostbarste, was du hast, niemals versiegen!

        Ich hoffe auf viele weitere wertvolle Inspirationen von dir! Gutes Gelingen für deinen großen Sprung und ganz liebe Grüße!

      • Liebe Marion, wie schön, dass ich dich berühren konnte und vielleicht sogar inspirieren. Wie schön, dass du Teil der Sehheldin-Community bist. Ganz herzlichen Dank für deine guten Wünsche. Jeder Kommentar und jedes Like helfen zum großen Sprung. 🙂 Herzlich, Anne

    • Wow…
      Liebe Anne, was für ein Rückblick auf ein völlig irres Jahr, wieviel Mut, Kraft, Stärke, Entschlossenheit und, ja, wieviel Superheldin in dir!
      Wieviel „Kopf hoch“ und wieviel “ weiter, Schritt für Schritt“. Unglaublich.
      Du hast meinen tiefsten Respekt für dein Tun und die Inspiration, die du gibst.
      Genau das ist es, was wir alle brauchen, wir „Angekratzten“, die wir aus so manchem Normalo – Schema fallen 😉.
      Ich danke dir von Herzen für dein Da – sein, mit dir im Dialog zu sein, ist mir eine große Freude.
      Mögen 2021 alle guten Sterne für dich leuchten!

      Susanne 😘

      Reply
      • Für dich auch, liebe Susanne. Mit erhobenem Kopf Schritt für Schritt weitergehen, auch wenn mal die Tränen laufen, auch wenn wir mal stehenbleiben, um uns auszuruhen. Ich habe ja lange in Japan gelebt. Dort gibt es die Tradition des Kintsugi: Zerbrochene liebgewonnene, wertvolle Keramikstücke werden kunstvoll repariert. Sichtbar ist ein goldener Streifen lang der Bruchstelle. Diese Schönheit, die aus dem Makel entstanden ist, berührt das Herz und macht das Stück noch viel wertvoller. Das Leben kratzt an, wir entscheiden, ob wir kunstvoll und gülden etwas Neues entstehen lassen. Genau wie kintsugi ist das eine Kunst mit einem Ergebnis, das Herzen und Sinne rührt. Das ist der Sehheldin-Weg. Liebe Susanne, wir sind nicht angekratzt. Wir funkeln golden! Bleib mutig, Anne

Trackbacks/Pingbacks

  1. kardinal stick - ... [Trackback] [...] There you can find 20734 additional Information to that Topic: sehheldin.eu/jahresrueckblick-2020-das-superheldin-jahr/ [...]
  2. คาสิโนออนไลน์เว็บตรง - ... [Trackback] [...] Here you can find 19010 additional Info on that Topic: sehheldin.eu/jahresrueckblick-2020-das-superheldin-jahr/ [...]
  3. buy dmt online - ... [Trackback] [...] Find More Information here on that Topic: sehheldin.eu/jahresrueckblick-2020-das-superheldin-jahr/ [...]
  4. เพิ่มขนาด - ... [Trackback] [...] Find More on that Topic: sehheldin.eu/jahresrueckblick-2020-das-superheldin-jahr/ [...]
  5. Wenn deine Augen dein Leben verändern: Dafür lohnt es sich zu kämpfen - Sehheldin | Anne Niesen - anders sehen, stark leben - […] Prüfstein war mein Jahr 2020. Als ich damals meinen Jahresrückblick verbloggt habe dachte ich wirklich: Wow, unglaublich. Still standing.Ging…

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert